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the kyoo Podcast Anni und Michi Berlin

Ann-Kathrin Grebner und Michaela Aue – the kyōō Podcast

Liebe Michi, liebe Anni! Erzählt uns ein bisschen über euch. Was macht ihr beruflich und was führt euch beide zusammen?

Michaela: Beruflich führe ich ein Doppel- oder mittlerweile sogar Tripple-Leben zwischen Yoga, kreativer Markenberatung und Podcasting. Kennengelernt haben wir uns tatsächlich beim Yoga und dann hatte Anni irgendwann die Idee für den Podcast.

Anni: Wir leben beide in Berlin und haben uns – wie Michi schon sagt, beim Yoga kennen und schnell schätzen gelernt. Der eine oder andere Kaffee wurde inhaliert, während wir uns die lustigsten und verrücktesten Fragen rund um die Themen stellten, die nun auch Grundlage unseres Podcasts sind. Nach meinem Studium an der UdK widmete ich mich verschiedenen kreativen Projekten im Bereich der mehr oder weniger gesellschaftsrelevanten Medien. So auch heute!

the kyoo Podcast Anni und Michi Berlin

Wie sieht euer persönlicher Weg aus und wie seid ihr dorthin gekommen, wo ihr jetzt gerade steht?

Michaela: Mein Weg hatte unfassbar viele Umwege, Kreuzungen und Verzweigungen. Ich kann gar nicht mehr zählen, wie viele Studiengänge ich angefangen und wieder aufgehört habe, was auch meine Mutter zwischenzeitlich mal etwas nervös gemacht hat. Sie war es tatsächlich aber auch, die mir gesagt hat, ich solle es mal mit Yoga versuchen, das würde entspannen. Damals wussten wir beide nicht, was dieser Satz für einen Einfluss auf mein Leben haben würde und heute bin ich sehr froh, dass ich wenigstens einmal auf sie gehört habe. Yoga kam also mit ca. 19 in mein Leben und hat für eine gewisse Stabilität gesorgt, besonders wenn ich von einem Job zum nächsten gewechselt bin, weil mir immer so schnell langweilig wurde, war Yoga eine Konstante, die mich Ruhe, Geduld und das Lernen gelehrt hat. Ich liebe die Freiheit und die Abwechslung, daher fühle ich mich mit dieser dreifach Teilung meines Lebens sehr wohl und die Lehren des Yoga ziehen sich durch alle Bereiche. Ich glaube es hat mich einfach wach gemacht für’s Leben.

 

Anni: Wie als würde die Frage zum nun wirklich richtigen Zeitpunkt kommen. Ich bin der festen Überzeugung, dass unsere Reise niemals aufhört. Ich komme aus der klassischen Werbung und habe lange Zeit als Strategische Planerin & Creative Direktorin in Frankfurt am Main gearbeitet. Dann habe ich über Umwege nach Berlin gefunden, frei gearbeitet und nebenbei an der Universität der Künste Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften studiert. Dann kam die Gründung eines eigenen – sagen wir mal, “Internet-Unternehmens” dazwischen. Was heute ist? Ich arbeite frei und berate Unternehmen, die meist im Aufbau stecken oder ihre Wege in die Digitale Welt finden wollen.

Ich bin dankbar meine Arbeitswelt frei gestaltet zu dürfen und mich nun immer mehr the kyoo widmen zu dürfen. Es warten so viel tolle Themen, Menschen und eben Wege da draußen, denen wir folgen sollten. Deswegen auch der Podcast!

 

Wie vereinbart ihr euren Job mit dem Privatleben?

Anni: Himmel, ich wünschte ich könnte euch das universelle Konzept liefern, aber inzwischen ist irgendwie mein Job auch ein großer Teil meines Leben und mein Leben hoffentlich bald mehr und mehr auch mein Job. Natürlich gibt es Tage, an welchen keine E-Mails gelesen werden, aber es gibt eben auch diese, an denen ich das Wochenende gerne all die Themen mit mir herumtrage und gern auch mal per E-Mail mit der Außenwelt oder eben Michi teile.

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Was bedeutet Weiblichkeit für euch?

Anni: SOS. Ich habe nie groß darüber nachgedacht und tue es auch heute kaum. Ich frage mich oft, was das Sein bedeutet. Wer wir sind und was wir auf der Welt für eine Aufgabe haben. Ob ich mich dabei weiblich fühle, ja! Aber dabei geht es mir eher darum, mich wohl zu fühlen, als Mensch.

 

Was bedeutet es für euch, eine „starke Frau“ zu sein?

Michaela: Die Kraft zu haben, Entscheidungen für mich und mein Leben zu treffen. Zu wissen was ich will und dieser inneren Stimme zu folgen, die mir zeigt, wo es lang geht. Und vor allem „Nein“ sagen zu können, wenn ich weiss, dass mir etwas nicht gut tut oder einfach nicht für mich und mein Leben bestimmt ist.

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Worin besteht euer Sinn des Lebens? Habt ihr eine Vision in dieser Welt?

Michaela: Wie Yogi Bhajan gesagt hat „You have never been taught to become YOU. You have been taught to become somebody“. Für mich besteht der Sinn des Lebens darin, zu mir selber zurück zu kommen. Indem ich mich von allem, was mir von Außen vorgegeben wurde, wie ich zu sein habe, was ich zu tun oder zu lassen habe und was gut oder schlecht für mich ist, löse und einfach bin wer ich bin. Das hören wir auch immer wieder von unseren Podcast-Gästen – Sei wer du bist, finde heraus, was dir gut tut! Und wenn wir auch nur eine Person inspirierenm wieder zu sich zu finden, haben wir schon ganz viel erreicht.

 

Was war für euch bis jetzt die größte Herausforderung im Leben?

Anni: Zu merken, dass wir eben nicht kaputtbar sind und dies auch nicht die Menschen aus unserem Umfeld.

Michaela: Dass das Leben nicht gegen mich, sondern mit mir arbeitet und dass ich aus allem was mir passiert immer etwas lernen kann.

Was hilft euch, sich immer wieder zu motivieren? Habt ihr Rituale?

Michaela: Motivation beginnt für mich dann, wenn ich weiß „warum“ und „wofür“ ich etwas tue. Das ist ähnlich, wie ein Ziel vor Augen zu haben. Das hilft mir Entscheidungen zu treffen und auch wenn’s mal schwer wird, habe ich den Weg noch vor Augen. Außer die morgendliche Meditation und den Selleriesaft habe ich eigentlich keine Rituale. Und auch das sind eher kleine Routinen, die mir und meinem Alltag eine Struktur geben, die mir hilft fokussiert zu bleiben.

Anni: Oft sind es tatsächlich die kleinen Erfolgserlebnisse, die motivieren. Sei es das erste Lied, was man nach ein paar Monaten und unzähligen Klavierstunden spielen kann. Sei es der zufriedene Kunde, dem man beim Abschluss eines Projektes geholfen hat mit seiner Marke und neuer Strategie einmal mehr die Welt erobern zu können. Rituale? Am Morgen aus dem Fenster schauen mich dabei mit dem Kopf ans Fußende zu legen und einmal zu schauen, wie es mir so geht und was das Wetter da draußen so macht. Dann: Kaffee.

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Wie findet ihr zu euch selbst, zu eurer Mitte?

Michaela: Meditation und lange Spaziergänge im Park.

 

Anni: Ich liebe es in der Natur zu sein und ja einfach nur “zu Sein”. Mich auf die Wiese zu legen oder stumpf in die Wolken zu schauen. Weit weg von all dem, was der Alltag uns oft als Herausforderung mit in den Rucksack packt.

 

Wofür seid ihr heute dankbar?

Anni: Achtung es folgen pure Emotionen: Für meine Familie, Freunde und all die Liebe, die wir teilen.

Michaela: Für meine Eltern und dafür, das sie mich meinen Weg, trotz Irrungen und Wirrungen haben gehen lassen, auch wenn es ihnen sicher oft nicht leicht gefallen ist. Und für alle von und mit denen ich auf diesem Weg habe lernen dürfen, egal wie groß oder klein die „Lesson“ war.

 

3 Erkenntnisse, die ihr mit uns teilen wollt?

1) Dinge und Situationen nicht immer so persönlich nehmen, denn in den meisten Fällen, denken die anderen Menschen nicht so sehr an dich, sondern eher an sich selber und projizieren etwas auf dich, mit dem du gar nicht wirklich etwas zu tun hast. Voll ok, machen wir alle. Deswegen je weniger ich immer alles auf mich beziehe, desto freier werde ich.

2) Grenzen setzen und „Nein“ sagen lernen. Gerade als Frau – Wir müssen nicht immer für alle alles tun, es ist auch ok wenn wir nur mal etwas für uns tun wollen.

3) Ehrlich währt am längsten. Hat auch die Oma schon immer gesagt.

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Wer oder was inspiriert euch?

Michaela: Unsere Gäste bei the kyoo, jeder Einzelne von ihnen, weil sie den Mut haben ihre Geschichte mit uns zu teilen und wir ganz viel voneinander lernen dürfen.

Ihr Zwei! Danke für eure offenen Worte! Liebste Grüsse nach Berlin.

 

Podcast zu hören auf:
Fotos von Julia Zierer