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Sandra Reichl Art Direktorin Mama Wien Design Grafik Brand Strategie Interview

Sandra Reichl – Art Direktorin

Erzähl uns ein bisschen über dich. Was machst du beruflich?

Ich bin selbstständige Art Direktorin und Designerin und arbeite hauptsächlich an und mit Marken an ihrem Branding. Dabei liegt mein starker Fokus auf der Markenpositionierung und der Strategie, bevor es dann ans Design geht. Das heißt, ich spanne den Bogen zwischen Markeninhalten und Markenvisualisierung. Meist werde ich geholt, wenn Veränderung ins Haus steht. Das kann vom klassischen Redesign einer Corporate Identity gehen, bis hin zu neuen Produkt-Launches in Unternehmen.

Meine Zeit splittet sich also in das Bauen und Abhalten von Workshops und das Überführen in Kommunikations-Strategien sowie dem Konzipieren und Designen von Corporate Identities, Kampagnen, Verpackungen, Editorial Designs und vielem mehr.

Meine Kunden gehen vom Kinder-Fahrrad-Hersteller, zum Frauenmagazin hin zu vielen Tech Firmen, Start-Ups sowie Gastronomie und Wein Marken. Musiker und Künstler sind eigentlich auch immer dabei.

Als Side-Project launch ich dieses Jahr ein Print Magazin names IT’S A PASSION THING.

Sandra Reichl Art Direktorin Mama Wien Design Grafik Brand Strategie Interview

https://www.itsapassionthing.com

Wie sieht dein persönlicher Weg aus und wie bist du dorthin gekommen wo du jetzt gerade stehst?

Aufgewachsen am Land (Buchkirchen bei Wels), Jungend in Linz verbracht (Htl für Grafik und Design), studiert in Wien (Universität für angewandte Kund „Grafik und Werbung), als Art Direktorin in diversen österreichischen Werbeagenturen gearbeitet (Jung von Matt Donau, Himmer, Buchheim und Partner, gantnerundenzi u.v.m), nach Stockholm ausgewandert, um digitales und interaktives Know-how zu erweitern (Hyper Island), als Freie Art Direktorin in Stockholm, Berlin und New York gearbeitet, nach Wien heimgegehrt um selbstständig mit top Kreativen und Teams (wow creatives ) sowie interessanten Kunden zu arbeiten. Wohnung renoviert, Kind bekommen und nun glückliche Dauer-Wienerin.

 

Wie vereinbarst du dein Unternehmen mit deinem Privatleben/mit deiner Familie?

Mit der Geburt unserer Tochter vor 1,5 Jahren hat sich natürlich einiges verändert. Davor gingen Arbeit und Privatleben sehr fließend ineinander über. Weil ich das sehr liebe, was ich mache. Jetzt funktioniert es am besten mit ganz viel Planung, Absprache und Teamwork. Das wichtigste für mich ist es, bei allem was ich mache – Arbeiten oder wenn ich mit meinen Lieben bin – zu 100% präsent zu sein. Ich versuche nichts „mit in die jeweils andere Welt zu nehmen“, so dass ich nie versucht bin gedanklich abwesend zu sein.

 

Was bedeutet Weiblichkeit für dich?

Weiblichkeit hat für mich ganz viel mit Ausstrahlung zu tun. Eine Frau, die sich wohl in ihrer Haut und in ihrem Körper fühlt und sich selbst gut findet, strahlt das spürbar aus und das macht sie schön und weiblich. Ich denke es gibt ganz unterschiedliche Arten von Weiblichkeit.

 

Was bedeutet es für dich eine starke Frau zu sein?

Starke Frauen haben für mich immer mit Selbstbewusstsein zu tun. Wenn eine Frau weiß, wer sie ist und wofür sie steht, dann ist das ebenso spürbar wie Weiblichkeit. Ich denke Stärke muss nicht immer „brachial“ oder „laut“ sein, aber es heißt für mich definitiv, seine Meinung klar zu vertreten. Stark heißt für mich auch Schwächen eingestehen zu können und eine soziale Intelligenz mit zu bringen. Empathie und Einfühlungsvermögen gehören für mich genau so zu einer starken Frau, wie reflektiertes Auftreten und Kommunizieren.

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Worin besteht dein Sinn des Lebens? Hast du eine Vision in dieser Welt?

Schwere Frage. Klischeehaft, aber ich denke eine gute Mama zu sein und meiner Tochter zu einem glücklichen Leben zu verhelfen und ihr die Tools zu geben, ein zufriedener Mensch zu sein, ist schon Sinn meines Lebens.

Zudem helfe ich sehr gerne „Probleme zu lösen“ und habe damit in meinem Beruf eigentlich Tag täglich zu tun. Ich helfe Menschen gerne Dinge zu analysieren und sie klarer zu sehen (nicht nur beruflich).

Und ich bin große Ästhetin, also für mich persönlich ist es schon auch „sinnvoll“ Schönes in die Welt zu bringen.

Zusammengefasst wäre dass dann wohl: alles ein bissl reflektierter, gescheiter und schöner machen.

 

Was war für dich bis jetzt die größte Herausforderung in deinem Leben?

Mama zu sein ist definitiv jeden Tag eine große Herausforderung. Wenn nicht sogar die Größte. Auch wenn nicht viel darüber gesprochen wird.

Beruflich ist es bestimmt die Tatsache, dass ich mich von Konventionen und „das gehört aber so“ lösen musste, um so meinen eigenen Weg zu finden. Ebenso wie ich mich von Leuten gelöst habe, die einfach nicht gut für mich waren. Ständiges Reflektieren über was man tut und wo man hin möchte und sich beständig treu zu bleiben ist eigentlich meine tägliche Herausforderung.

 

Was hilft dir dich immer wieder zu motivieren? Hast du besondere Rituale?

Ich denke ich bin generell ein sehr motivierter Mensch. Mir wird schnell langweilig und ich bin gerne am „machen“ – das war schon immer so. Ich kann auch ganz schwer „nichts tun“. Sogar mein Entspannen ist meist ein aktives. Wenn ich jedoch bei einem Projekt anstehe, dann habe ich ein ganz klares Ritual und das ist einfach an einem anderen Projekt zu arbeiten. Ich habe nie nur ein Projekt an dem ich arbeite – so halte ich die Motivation eigentlich immer hoch. Das Switchen hilft mir Dinge sacken zu lassen und wenn man dann nicht dran denkt und an etwas anderem werkt, dann lösen sich oft Dinge wie von selbst und die Motivation kommt wieder zurück.

Sandra Reichl Art Direktorin Mama Wien Design Grafik Brand Strategie Interview

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Wie findest du zu dir selbst, zu deiner Mitte?

Puh, das geht manchmal besser und manchmal schlechter.

Für mich reicht es oft Zeit zu investieren um alleine meine Gedanken zu sortieren. Egal ob das bei einem Spaziergang ist, ich im Zug sitze, oder ab und an Sport mache.
Mit meiner Tochter zu sein hilft eigentlich auch immer. Genauso wie ein gutes Essen und Gespräche mit meinen Freunden um mal den Kopf auf ganz andere Dinge zu lenken.

 

Wofür bist du dankbar?

Für ganz viel! Aber vermutlich am meisten für die Menschen in meinem Leben und all jene die mich auf meinem Weg begleiten. Ich liebe meine Familie und meine Freunde und bin jeden Tag dankbar, dass ich täglich etwas machen kann, was ich liebe.

 

Hast du persönliche Erkenntnisse, die du mit uns teilen magst?

1. Sei ehrlich und lieb zu deinen Mitmenschen – es kostet dich nichts.
2. Am Ende des Tages kommt es immer auf die Leute an, mit denen du dich umgibst.
3. Mehr machen statt reden. Und mit Schmäh geht alles ein bisschen einfacher.

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Wer oder was inspiriert dich?

Ich muss gestehen ich habe ein etwas zwiegespaltenes Verhältnis zu dem Wort „Inspiration“, weil ich nichts von der „fantastischen Eingebung von Außen“ halte. Ich habe mal einen Artikel darüber geschrieben und bin der Meinung, dass Inspiration sehr viel von Insights in einem Projekt kommt, dass Recherche und allgemeine Wissbegierde inspirierend ist. Alles, was mich umgibt, beeinflusst mich. Und ich versuche mich tunlichst mit interessanten Leuten und schönen Orten zu umgeben. Zudem esse und trinke ich für mein Leben gerne gut – das hilft auch immer. Für mich persönlich sind Prozesse oft viel inspirierender als fertige Dinge und Interessante Menschen und Geschichten gehören sowieso immer dazu.

 

Danke für deine offenen Worte und dieses schöne Interview, liebe Sandra!

 

sandrareichl.com
instagram.com/sandrajuliareichl

 

Portraits von belle & sass